Aktuelle Arbeiten - Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten in den Kalenderwochen 27 und 28/2019

Gewährleistung der Betriebssicherheit Bergleute müssen das Endlager nach Berg- und Atomrecht betreiben.

  • Bergleute demontieren auf der 2. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben im Bereich des Haltepunkts des Förderkorbs (Füllort) zwei alte Tore zur Regulierung der Frischluftversorgung (Wettertore). Sie werden durch neue Tore, die zukünftig eine Schleuse bilden, ersetzt.

  • Mitarbeiter der Abteilung "Verfüllbetrieb" versiegeln in einer Strecke im Südfeld des Kontrollbereichs auf der 4. Ebene der Schachtanlage Bartensleben Teile der Decke (Firste). Die Versiegelung verhindert weitere Auflockerungen des Salzgesteins (siehe Einblick).

  • Bergleute prüfen im Kontrollbereich auf der 4. Ebene der Schachtanlage Bartensleben den Zustand von Verschlüssen der Verbindungen zu den Einlagerungskammern auf der 5a-Ebene. Laut Dauerbetriebsgenehmigung für das Endlager Morsleben sind die Verschlüsse, Mauern und Abdichtungen der verschlossenen Einlagerungsbereiche regelmäßig zu kontrollieren.

  • Bergleute bauen für notwendige Instandsetzungsarbeiten einen der beiden Ventilatoren aus dem Bauwerk aus, durch das die verbrauchte Luft aus dem Bergwerk abgeleitet wird (Abwetterbauwerk Schacht Marie).

Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.
  • Mitarbeiter der Abteilung "Verfüllbetrieb" bereiten die Überprüfung eines Großcontainers vor. Der Container wurde für die Anlieferung von radioaktivem Abfall in das Endlager Morsleben genutzt. Es soll festgestellt werden, ob der Container frei von Verunreinigungen mit radioaktiven Stoffen (Kontaminationen) ist. Er soll unter Anwendung eines Freigabeverfahrens aus dem Regime des Strahlenschutzes entlassen werden. Die Arbeiten sind Teil der Maßnahmen zum Rückbau des obertägigen Kontrollbereichs.

Meldepflichtige Ereignisse
Betriebsstörungen oder Störfälle bis zu Unfällen sind den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden. Grundlage ist die Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) in Verbindung mit der Meldeordnung des ERAM.
  • Am 12. Juli fällt in der Schachtanlage Bartensleben die Anlage zur Messung von Bewegungen im Gebirge (Ortungsseismik) im Zentralteil aus. Grund hierfür ist ein defektes Netzteil der Speichereinheit, die die Messdaten aufzeichnet (Datenlogger). Nach dem Austausch des Netzteils befindet sich die Anlage ab dem 15. Juli wieder im bestimmungsmäßigen Betrieb. Während des Ausfalls fand keine seismische Überwachung statt.

    Eine N-Meldung (Normalmeldung mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) geht fristgerecht an das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit.

Einblick

Aufgenommen im Juli 2019

Das Bild zeigt eine schmale Kaliformation (Kalilager) auf der ersten Ebene der Schachtanlage Bartensleben. Kalisalze nehmen das in der Grubenluft gebundene Wasser (Luftfeuchtigkeit) auf – diese Eigenschaft nennt man "hygroskopisch". Das Wasser führt erst oberflächlich, dann auch tiefergehend zu einer Umwandlung des Salzes. Die damit verbundenen Umkristallisierungsprozesse führen zu einer Volumenvergrößerung. Das Gestein wird porös und brüchig. Optisch erinnern die ausgebildeten Kristalle an Blüten, weshalb der Prozess auch als „Ausblühung“ bezeichnet wird. Solche Ausblühungen werden mit der Zeit immer brüchiger und fallen schließlich aus der Gesteinsstruktur heraus. Abhängig von der mineralischen Zusammensetzung und der Mächtigkeit der betroffenen Bereiche, kann dieser Prozess von einer Verschmutzung der Wege mit pulverisiertem Salz bis zu einer Gefährdung der Arbeitssicherheit durch lockeres Gestein führen. Bereiche, die besonders großflächig von Ausblühungen betroffen sind, werden deshalb abgestützt. Die hierfür errichteten Bauwerke verhindern zusätzlich, dass die Grubenluft mit den Kalisalzen in Kontakt kommt und unterbinden dadurch weitere Ausblühungen. Eine weiteres Verfahren zur Vermeidung von Ausblühungen ist die Versiegelung der betroffenen Flächen. Hierfür wird zunächst das natürliche Mineral Magnesia (Magnesiumoxid) aufgetragen und anschließend mit Mörtel überstrichen. Der Mörtel ist mit Kunstharz angereichert und feuchtigkeitsabweisend. Die Versiegelung bietet so einen doppelten Schutz: Falls Feuchtigkeit durch die äußere Mörtelschicht dringt, nimmt das Magnesia diese auf und bindet sie, bevor sie zum Kalisalz vordringen kann. Dieses Verfahren wird vor allem in Bereichen angewendet, in denen der Einsatz von Stützbauwerken nicht möglich ist.

Über die Aktuellen Arbeiten

Mit den aktuellen Arbeiten bieten wir Ihnen einen regelmäßigen Überblick zu den wichtigsten Arbeiten und Meilensteinen im Endlager Morsleben. Die Arbeiten sind den wesentlichen Projekten zugeordnet, um den Fortschritt der einzelnen Projekte nachvollziehbar zu dokumentieren.

Wir bitten zu beachten, dass nicht alle Arbeiten, die täglich über und unter Tage stattfinden, an dieser Stelle dokumentiert werden können. Bei Bedarf steht Ihnen das Team der Infostelle Morsleben gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.

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